Monatsarchiv: September 2010

Schwätzer

Vielleicht ist man ja als Blogger auch eine Art “Schwätzer”. Denn man neigt ja doch dazu, so einiges im Laufe der Zeit von sich zu geben. Doch wenn das Ganze interessant oder auf irgendeine Art unterhaltsam ist, ist absolut nichts dagegen einzuwenden. Und das trifft zumindest auf alle die Blogs zu, die ich bisher kennen gelernt habe und regelmäßig besuche.

Die Schwätzer, die ich meine, sind von einem anderen Schlag.
Letzte Woche war ich bei einem hervorragenden Vortrag über Bildgestaltung in der Fotografie. Ein zentraler Punkt dabei ist u. a. die Regel des goldenen Schnitts. Dabei geht es, um es stark gekürzt zu erklären, darum, dass wir einen Bildaufbau, der diesem goldenen Schnitt entspricht, besonders interessant und ästhetisch finden.

Jetzt war da einer der Zuhörer, der mir schon vorher durch äußerst langatmige Wortausbrüche aufgefallen ist, aber ganz anderer Meinung. Kann man ja auch sein. Doch wenn man dann mit evolutionsbiologischen und genetischen Thesen daherkommt, die man nicht beweisen kann, wird es haarig.

Ich war auch drauf und dran, etwas dazu zu sagen. Doch ich hatte keine Chance. Der Schwätzer hatte sich so ereifert, dass der eigentliche Vortrag schon fast vergessen war. Um das Ganze nicht noch weiter ausarten zu lassen, habe ich dann meinen Mund gehalten.

Aus den Gesichtern der anderen Zuhörer war zu erkennen, dass diese Ähnliches gedacht haben. So schaffen es Schwätzer dieser Sorte dann, ihre Theorien zu behaupten, weil sie alles andere tot labern und fühlen sich wahrscheinlich noch bestätigt, da sie ja keine Widerworte bekommen.

Ich erwarte jedenfalls gerne eure Kommentare.

Stieg Larsson – “Vergebung”

Nun bin ich mit der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson durch und kann direkt mal sagen, dass meine Befürchtungen im Artikel zu “Verdammnis” Gott sei Dank nicht bestätigt wurden.

Der Roman schließt inhaltlich und chronologisch direkt an den Vorgänger an und ist Stieg Larsson-typisch spannend und gut geschrieben. Einen unbekannten Dritten gibt es jedoch eigentlich nicht mehr, denn die Handlung dreht sich um die im zweiten Teil schon vorkommenden Personen, deren weitere Schicksale im Laufe dieses Teils erzählt werden.

Und diese “Schicksale” sorgen noch für eine Menge spannender Unterhaltung. Nichtsdestotrotz kann man aber als Leser, wenn man die ersten beiden Teile kennt, manchmal den weiteren Verlauf einer Handlung erahnen.

Mein subjektives Fazit:
Auch den dritten Teil sollte man gelesen haben. Er ist wie alle drei Teile unterhaltsam. Mir hat aber der erste Teil “Verblendung” am besten gefallen, da er eine  Plott-Änderung enthält, mit der man nicht gerechnet hat.

SAT1 – irgendwie planlos

Ich bin zwar nicht “das” SAT1-Publikum. Aber die Comedy-Serien wie Ladykracher, Pastewka oder die neu angelaufene Impro-Reihe Wir müssen reden sehe ich mir ganz gerne an.

Letzte Woche habe ich mich allerdings schon gewundert, dass die Meisterköche durch einen Film ersetzt bzw. im Programm weit nach hinten verschoben wurden. Dabei gab es davon -glaube ich- gerade erst die zweite Folge.

Diese Woche fehlten dann nicht nur die Meisterköche sondern auch noch Wir müssen reden am bisherigen Sendetermin. Auch zweitere Sendung hat es gerade erst zur dritten Folge (oder so) geschafft.

Ich weiß nicht, welche “Politik” SAT1 betreibt oder welches Publikum der Ballsender ansprechen will. Ich glaube, das wissen die selber nicht. Denn dieses planlose hin- und hergeschiebe von Programminhalten ist mir schon länger aufgefallen. Auf die Fernsehzeitungen kann man sich jedenfalls nicht verlassen. Ich weiß auch nicht, welche Quoten erwartet werden. Und bei manchen Sendungen kann man schon im Vorfeld genau sagen, dass die ein Reinfall werden.

Gut, die Rock-Omas und Opas haben mich dann doch gewundert. Die wurden auch erst ganz nach hinten verschoben, bis sie gestern wieder auftauchten. Das war dann für mich spätestens der Zeitpunkt umzuschalten.

Ebenso kommen und gehen die “Top”-Moderatoren. Harald Schmidt wechselte erst von SAT1 zur ARD, weil er die Quoten nicht erreicht hat, die geplant waren. Jetzt kommt er wieder zurück. Ob die Quoten jetzt besser werden?

Mal sehen, wie lange der Pocher noch dort zu sehen ist. Der dümpelt ja wohl auch eher in einem mäßig gefüllten “Quotenbecken” vor sich hin.

Gereimtes aus KW 38

Die Spezis von der Real Estate,
zeigen, wie es “richtig” geht.
Mit Subventionen durch den Staat,
man wieder soviel Geld nun hat,
dass man mit den zig Millionen
seine Zocker kann belohnen.
Wie gut, dass man bei jedem Sch…
den Bürgen “Staat” hinter sich weiß.

Herr Rösler hat sich Müh’ gemacht
und ‘ne Reform sich ausgedacht.
Das Credo seiner Hirnschmalzqualen
ist schnell erklärt: “Ihr müsst mehr zahlen.”
Der Kassenstand im Staat ist mau,
Gesundheit gibt’s drum nicht für lau.
Jetzt macht man sich dann doch Gedanken,
woher das Geld kommt für die Banken?

Auch diesmal lieferte sich sicher das UN-Komitee
so manch “Heiße Schlacht am kalten Buffet“.
Und sicher war man auch wieder spendabel
mit Köstlichkeiten für Löffel, Messer und Gabel.
Mit bitt’rer Miene musste man dann aber erklären,
dass man teilweise die Hilfe für die Armen muss verwehren.
Man hätte aber immer noch ein großes Ziel.
Doch, Leute, wenn man’s nie erreicht, dann nützt das nicht viel!

Wie jedes Jahr um diese Zeit,
ist’s in München wieder soweit.
Dann ruft der Stadtchef ganz gewiss
auch wieder das typische “O’zapft is!”.
Viele sind im Jubiläums-Fieber,
Oktoberfest ist endlich wieder!

Lodda, unser WM-Helden-Veteran,
fängt bald als Nationaltrainer in Bulgarien an.
Lieber hätt’ er garantiert
die deutschen Kicker wohl trainiert.
Doch, Lodda, so ist halt das Leben,
es kann nur einen “Kaiser” geben!

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

Leidiges Thema

So langsam geht mir das ganze Gerede um Google-Streetview auf den Geist. Ständig dieses hin und her zwischen den Pro- und Kontra-Anhängern.

Die einen bangen um die Erhaltung des Schutzes ihrer Daten während sie die Payback-Karte auf den Verkaufstresen legen und die anderen regen sich auf, weil es welche gibt, die ihre Häuser nicht im Internet abgebildet sehen wollen. Mein Gott, dann gibt es halt ein paar graue Flecken auf der Weltkarte, na und! Was machen ein paar Quadratmeter fehlender Häuserfront bei der Menge, die zu sehen sein wird?

Mein Tipp an die Kontras: Lasst Google durch die Straßen fahren und legt dann Einspruch gegen die Bildveröffentlichung ein. Den Link dazu gibt es hier. In Deutschland ist das ja relativ einfach.

Und nun der an die Pros: Freut euch einfach über die Mengen an Bildern, die trotz allem noch zu sehen sein werden. Eure (Frei-) Zeit ist wahrscheinlich eh zu kurz, als dass ihr alles sehen könnt.

Gedenken

Vielleicht ist das nicht das richtige Thema für einen bzw. diesen Blog. Aber Blogs sind ja bekanntlich dazu da, alles schreiben zu können, womit man sich momentan beschäftigt. Und mich beschäftigt zur Zeit nun dieses Thema.

In den letzten Jahren hat mein Opa immer häufiger von seinen Kriegserlebnissen erzählt. Wahrscheinlich ist das für ihn immer mehr ein Weg geworden, diese für die meisten von uns unvorstellbaren Begebenheiten zu verarbeiten. Denn Psychologen gab es für die Überlebenden leider noch nicht. Wahrscheinlich wäre man damals als “richtiger Mann” auch garnicht zu einem gegangen.

Dieses Jahr waren wir also wieder zu Besuch bei meinen Großeltern. Und das war genau in dem Zeitraum, als er vor 69 Jahren mit einem Truppentransporter vor Norwegen unterging. Da er als einer der Wenigen von über 2000 Soldaten diesen Torpedoangriff knapp überlebte, ist dieser 30.08. für ihn wie ein zweiter Geburtstag. Und was das angeht, müsste er eigentlich noch mindestens 2-3 weitere feiern. Aber das sind andere Geschichten.

Auch scheint der Wunsch immer größer zu werden, mehr über die Hintergründe dieses Ereignisses zu erfahren. Und da er mit seinen nunmehr 87 Jahren nicht die digitalen Möglichkeiten nutzen kann wie es bei mir der Fall ist, habe ich mich mal etwas auf Spurensuche begeben.

Tatsächlich bin ich auch auf einige Hinweise gestoßen. Zum Beispiel ist bekannt, welches U-Boot den Konvoi angegriffen hat, zu welcher Uhrzeit dies geschah und auch die genauen Koordinaten des Untergangs sind im Internet zu finden.

Was ich jedoch nicht gefunden habe, ist ein Hinweis auf die Zahl der “zu Grunde gegangenen” Menschen auf diesem Schiff, der Donau II. Alles nur technische Daten und Fakten.

Gut, in einem Krieg, in dem es Schätzungen zufolge weit mehr als 50 Millionen Tote zu beklagen gab, sind etwas mehr als 2000 dann verschwindend gering. Trotzdem seltsam, dass bei den genauen “technischen” Daten soetwas nicht dokumentiert wird. Und wer weiß wieviele ähnliche Fälle es davon gibt.

Ich will hier auch gar nicht etwas von Heldentum erzählen, wie es an so manchen Gedenkstätten der Fall sein mag. Trotzdem sollte man sich an solchen Orten vielleicht doch mal den ein oder anderen Gedanken machen und hoffen, dass soetwas nie mehr vorkommen mag.

Gereimtes aus KW 37

Herr Sarrazin ist ohne Job,
doch seine Rente, die ist top!
1000 Mäuse gibt’s für diesen
mehr im Monat, jetzt sind’s 10 Riesen.

Frau Merkel kann nicht ganz versteh’n,
warum die Wähler “flöten geh’n”.
Herr Gabriel weiß sicher Rat,
weil er selbst auch nicht viele hat.
Ihr Volksvertreter, lasst euch dies raten:
Nicht Reden hilft, sondern die Taten.

Sarkozy, der Frankenmann,
wohl Romas nicht gut leiden kann.
Sie sollen raus aus seinem Land,
das ist mir irgendwie bekannt.

Der Kachelmann steht vor Gericht
und sucht zu wahren sein Gesicht.
Ob er missbraucht hat nun die Frau?
Man weiß es noch nicht so genau.

Klitschko hat’s erneut geschafft
und seinen Gegner hingerafft.
Die Titel der IBF, WBO und IBO
verteidigte er typisch mit ‘nem “Klitsch-” K.o.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

Kindereien

Es gibt sie immer wieder, diese sinnlosen Gästebuch-Einräge oder Kommentare. Ich meine hier nicht den auch allseits bekannten Spam, der ja schon ein gewisses Maß an technischem know how voraussetzt.

Nein, ich meine dieses banale Getippe. Die Neugierde scheint einfach zu groß und es wird mit ziellosen Buchstabeneingaben auf der Tastatur und irgendwelchen Fake-Mail- und Internet-Adressen versucht, irgendeinen Quatsch zu posten. Man kann dies immer ganz gut an der Reihenfolge der Buchstaben erkennen, wie z.B. qwert oder fghjk. Diese Folgen liegen auf der Tastatur bekanntlich direkt nebeneinander und lassen auf ein sehr unkreatives Fingerspiel schließen.

Wahrscheinlich gibt es auch noch den eine oder anderen Blog oder die Internetseite, der/die wahllos erstmal jeden Kontent zulassen. Bei den meisten dürfte das aber doch -hoffentlich- nicht der Fall sein und die “Mühe” ist in den meisten Fällen absolut umsonst.

Daher sind entweder diese Kindsköpfe wirklich noch Kinder, die sich à la Klingelmäuschen einen Spaß machen wollen. Ihnen sei es gegönnt.

Oder es sind infantile und geistesmäßig sehr einfach gestrickte Erwachsene. Denen kann ich nur sagen, dass sich ihre Bemühungen in (Daten-)Staub auflösen, ohne je wirklich das “Licht der Welt” zu erblicken.

Bei meinen Seiten könnt Ihr euch jedenfalls die Zeit sparen.

Windows 7 Gadget Write2WP

Ich habe vor längerer Zeit mal ein Windows 7 Gadget programmiert, mit dem man schnell mal einen Artikel quasi vom Desktop aus in seinem WordPress-Blog veröffentlichen kann.

Das Gadget bietet zwar bei weitem nicht die Möglichkeiten, die es in WordPress gibt, aber man kann immerhin die grundlegenden Funktionen eines WYSIWYG-Editors nutzen.

Zu finden und zu downloaden ist es hier.

Wie gesagt, will man mal eben das Zeugs, das sich im Kopf gerade ansammelt, im Blog loswerden, kann dieses Gadget vielleicht ganz nützlich sein. Es funktioniert auch mit WP Version 3.0.1, wie ihr mit diesem Artikel sehen könnt.

Ausschlafen!

Welch herrliches Wort!

Und doch für uns -seit der Lütte da ist- nur ein Wunschtraum. Denn als dieser noch ganz klein war, machte er sich durch lautstarkes Geheul bemerkbar. Mittlerweile ist er schon größer und macht auf andere Weise auf sich aufmerksam.

Wenn meine Frau ihn mit psst und schschsch, der Papa schläft noch, zu uns ins Bett holt, werden diese Hinweise einfach ignoriert.

Von Freudenjuchzern begleitet, erklingt dann erstmal ein lautes Papa daaaa, gefolgt von einer Reihe Backpfeifen, die ziellos irgendwo in meinem Gesicht landen, um auch jedem im Zimmer deutlich zu machen, wer denn nun der Papa ist. In den meisten Fällen ist da ja nur noch meine Frau. Und die sollte, so vermute ich, das eigentlich wissen.

Das Wort Ausschlafen, das kurz vorher, nach der Erkenntnis, dass heute Samstag ist, gerade begonnen hatte, sich in meinen Hirnwindungen begleitet von einem wohligen Glücksgefühl zu formieren, wird damit auf grausame Weise und schlagartig eliminiert.

Das war’s dann mal wieder. Also, raus aus den Federn und die alltägliche Kinderbespaßung starten.
Immerhin, 6 Stunden Schlaf!
Es gab schon schlimmere Zeiten.

Außerdem ist ja morgen erst Sonntag und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.