Wenn ich so den ein oder anderen Blog besuche und neben den Artikeln natürlich auch mal nachlese, wie der eben besuchte Blog entstand, kann ich mir oft ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Viele von den Bloggern sind junge Leute, die schon ein paar Jahre Blogszene auf dem Buckel haben. Da wird von den Anfängen mit WordPress berichtet, als diese Software quasi noch in den Kinderschuhen steckte.
Sehr amüsant. Und das meine ich nicht überheblich sondern wirklich so. Denn ich muss dann immer an meine ersten Zeiten mit dem Computer bzw. dem Internet zurückdenken.
Gut, so alt bin ich nun auch noch nicht. Aber ich habe immerhin mit einem Schneider CPC 6128 mit 64K(!) Diskettenlaufwerk angefangen. Das war eine Hausnummer und dem zur gleichen Zeit viel genutzten Commodore 64 -kurz auch C64 genannt- überlegen.
Da wurde noch mit BASIC selbst programmiert, sonst lief da gar nichts. Auch grafische Dinge -soweit man davon bei einem monochromen Monitor sprechen konnte- wurden mit Matrix-Codes selbst zusammengezimmert. Jedes Pixel eines Cursor-Feldes wurde mit 1 oder 0 gesetzt/nicht gesetzt.
Dann kam die Zeit meines ersten PCs. Ein 386er. Wahnsinnsmaschine! 1500 DM mit etwas Software und einem Nadeldrucker. Etwas später habe ich mir dann für sage und schreibe 300 DM eine Soundkarte gekauft. Vergleichbares würde heute wohl 10 Euro kosten. Auch ein CD-Rom-Laufwerk habe ich mir dann angeschafft. Dabei musste man aber erstmal in der config.sys und autoexec.bat ein paar Parameter für die Speicherverwaltung einstellen, damit die Programme auf der CD überhaupt liefen.
Ja und irgendwann Mitte der 90er kam dann auch ein Modem ins Haus. 33,6 kb Transferrate. Tja, damals hats noch gereicht. Da waren Internetseiten noch recht spartanisch aufgebaut. Das hatte aber auch sein Gutes. Denn den wahren/interessanten Inhalt der Seiten hat man direkt gefunden. Keine Werbung, keine Flackerbildchen, nichts dergleichen. Naja, und soviele Seiten gab es eh noch nicht. Google? gabs nicht und war auch (noch) überflüssig!
WordPress und ähnliches gab es ebenfalls noch nicht. Webspace war nicht bezahlbar. PHP? MySQL? keine Chance! Ein Mailkonto bei germanynet war erstmal das Einzige, was man sich leisten konnte/wollte. Für einen aussagekräftigen Alias-Namen wie z.B. stephan@germanynet.de musste man allerdings 10 DM extra löhnen. Aber was macht man nicht alles.
Alles noch garnicht so lange her. Aber viel hat sich geändert in dieser Zeit. Viele der Blogger schwammen noch im großen Teich, als das Internet zum (öffentlichen) Leben erwachte. Bin mal gespannt, was sich in Zukunft noch alles so tut.