Energiereiches Frühstückchen

Neulich hat unser Lütter das erste Mal bei seiner Oma übernachtet. Hat prima funktioniert. Das war für ihn sicher wie ein Erste-Klasse-Urlaub. Denn Verwöhnen ist natürlich inklusive. Das muss auch so sein.

Der Rest des Verwöhnprogramms in Form von Frühstücks-Kinder(!)-Hörnchen wurde von meiner Schwiegermutter zur weiteren Verwendung an uns ausgehändigt.

Das blieb unserem Lütten natürlich nicht verborgen. Und so wurde beim nächsten Frühstück lauthals nach den “Scholadehöchen” (Schokoladenhörnchen) verlangt.

Ein beiläufige Blick auf die Verpackung beim Öffnen der selben, ließ uns verwundert mehrmals die Daten und Fakten über den energetischen “Nährwert” -oder sollte ich besser sagen “Mehrwert”- dieses Meisterwerks des Bäcker-Handwerks lesen.

In so einem kleinen, niedlichen Hörnchen, extra zubereitet für den Kindergaumen, in einer Größe, die durchaus nach mehr verlangt, steckten doch glatte 220kcal!

Die Menge der in so einem Leckerbissen enthaltenen Nugatcreme reicht unter “normalen” Umständen locker für zwei Brote.

Und so ein Hörchen möchte ungern im Magen alleine bleiben. Es würde dort ja vereinsamen.

Wir haben aber der “Vereinsamung” vor einem frühzeitigen Erreichen des täglichen Energiebedarfs eines 2 1/2 Jährigen den Vorzug gegeben.

Als kleiner Verwöhnbeitrag bei den Omas und Opas ist das sicherlich kein Problem. Ich kann mir aber vorstellen, dass so etwas durchaus auch zum Standardfrühstück gehört. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, wieso es immer mehr Probleme mit frühzeitigem Übergewicht gibt.

Eigener Geschmack

Tja, als Eltern hat man es nicht immer leicht.

Heute morgen zum Beispiel wollte ich den Lütten in seine Freizeitkluft verpacken. Da hatte ich aber die Rechnung mit dem Falschen gemacht. Denn die Anziehsachen, die meine bessere Hälfte schon fürsorglich zurechtgelegt hatte, kamen bei ihm überhaupt nicht an.

Gut, den Body ließ er sich noch gefallen. Aber das Oberteil, das passend zur geplanten Hose parat lag, wurde immer wieder -begleitet von energischen Protestrufen- wieder zurück über den Kopf gezogen.

Heute sollte es nicht das orange T-Shirt sondern eben das rot-blau-karierte Hemd sein. Um das Ganze nicht zu sehr in die Länge zu ziehen, gibt man als Elternteil irgendwann nach. Der Tag hat ja nur 24 Stunden.

Damit aber noch nicht genug. Die vorgesehene Hose wurde ebenfalls nicht akzeptier. Es musste die dunkelbraune Jogginghose sein. Passt wie A… auf Eimer.

Aber was soll’s. Geschmäcker sind eben verschieden und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Vivienne Westwood ist auch nicht immer mein Fall.

In diesem Sinne, ne schöne Jrooß
Stephan

Sebawiwi

Gut, als Eltern lernt man mit der Zeit die Sprache der eigenen Kleinen. Aber zugegeben: Manchmal steht man dann doch etwas auf dem Schlauch.

Zum Beispiel heute.
Der Lütte und ich waren kaum im Garten, um die mit den Jahren schon etwas buschige Tujenhecke in ihre Schranken zu weisen, da bemerkte ich, dass es um mich rum plötzlich still wurde. Als ich mich umblickte, sah ich den Lütten, wie er hochkonzentriert vor sich hin starrte und mit leisen Stöhngeräuschen ordentlich am drücken war.

Das Ergebnis seiner Bemühungen war kurz darauf olfaktorisch auch deutlich zu vernehmen. Also die Gartenarbeit erstmal beendet, den Lütten geschnappt und hoch ins Kinderzimmmer auf den Wickeltisch.

Nachdem die an eine Biowaffe grenzende Hinterlassenschaft beseitigt war, wollte ich schnell wieder die Kinder-Notdurft-Sicherung in Form einer Windel anlegen. Damit löste ich aber direkt Protest aus. Der Lütte riss mir den Hightech-Entsorger aus den Händen und rief nur laut: “Sebawiwi”.

Jetzt war guter Rat teuer. Denn ein erneuter Versuch meinerseits, die Windel wieder anzulegen, führte nur zum selben Ergebnis: “Sebawiwi”.

Bisher hatte ich immer gedacht, dass ich doch ganz gut verstehe, was mein Filius meint. Aber meine Ratlosigkeit führte nur dazu, dass er die Box mit den Windeln auf den Kopf stellte und immer wieder von “Sebawiwi” sprach. Um seine Forderung noch zu unterstreichen, hielt er mir ein Bündel seiner Einweg-Hosen direkt unter die Nase. “Man Alter, so schwer kann das doch nicht sein”, so meinte ich aus seinem Blick seine Gedanken lesen zu können.

Und plötzlich ging mir ein Licht auf. Auf den Windeln sind immer zwei drei Tiere aufgedruckt.  Zum Beispiel Giraffen, Vögel und ja …  auch Zebras.

Er wollte also unbedingt eine Windel mit einem Zebra anziehen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass in der ganzen Box keine zu finden war.

Also ab in den Schrank und schnell eine gesucht. Denn mit einer vollen Windel auf dem Tisch und einem unten rum ungesicherten Kleinkind will man ja kein Risiko eingehen und vor allem keine Zeit verlieren. Zum Glück war der Hersteller so gnädig und hat seine Bilder gut gemischt. Somit fand sich dann auch die gewünschte Sebawiwi (Zebrawindel) in einem der Kartons und ich konnte den Lütten endlich wieder sichern.

Manchmal ist das Leben hart ;-) .

In diesem Sinne, ne schöne Jrooß
Stephan

Ausschlafen!

Welch herrliches Wort!

Und doch für uns -seit der Lütte da ist- nur ein Wunschtraum. Denn als dieser noch ganz klein war, machte er sich durch lautstarkes Geheul bemerkbar. Mittlerweile ist er schon größer und macht auf andere Weise auf sich aufmerksam.

Wenn meine Frau ihn mit psst und schschsch, der Papa schläft noch, zu uns ins Bett holt, werden diese Hinweise einfach ignoriert.

Von Freudenjuchzern begleitet, erklingt dann erstmal ein lautes Papa daaaa, gefolgt von einer Reihe Backpfeifen, die ziellos irgendwo in meinem Gesicht landen, um auch jedem im Zimmer deutlich zu machen, wer denn nun der Papa ist. In den meisten Fällen ist da ja nur noch meine Frau. Und die sollte, so vermute ich, das eigentlich wissen.

Das Wort Ausschlafen, das kurz vorher, nach der Erkenntnis, dass heute Samstag ist, gerade begonnen hatte, sich in meinen Hirnwindungen begleitet von einem wohligen Glücksgefühl zu formieren, wird damit auf grausame Weise und schlagartig eliminiert.

Das war’s dann mal wieder. Also, raus aus den Federn und die alltägliche Kinderbespaßung starten.
Immerhin, 6 Stunden Schlaf!
Es gab schon schlimmere Zeiten.

Außerdem ist ja morgen erst Sonntag und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Vollmond – Fühlig

Immer wieder hört man ja von Eltern oder Krankenschwestern, dass bei (bevorstehendem) Vollmond die Kinder oft schlecht einschlafen oder nachts öfters aufwachen.

Manche Statistiker, Kinderärzte oder Psychologen behaupten dann, dass dies nichts mit dem Vollmond zu tun habe und alles nur Zufall und subjektiver Eindruck sei.

Eines sage ich euch Skeptikern:
An den nächsten Vollmonden schicke ich euch abends mal unseren Lütten vorbei. Dann könnt ihr euch die Nacht um die Ohren schlagen und werdet eure Meinung sehr wahrscheinlich revidieren!

Ich bin jedenfalls aus eigener Erfahrung (subjektiv) der Meinung, dass da was dran ist.