Sebawiwi

Gut, als Eltern lernt man mit der Zeit die Sprache der eigenen Kleinen. Aber zugegeben: Manchmal steht man dann doch etwas auf dem Schlauch.

Zum Beispiel heute.
Der Lütte und ich waren kaum im Garten, um die mit den Jahren schon etwas buschige Tujenhecke in ihre Schranken zu weisen, da bemerkte ich, dass es um mich rum plötzlich still wurde. Als ich mich umblickte, sah ich den Lütten, wie er hochkonzentriert vor sich hin starrte und mit leisen Stöhngeräuschen ordentlich am drücken war.

Das Ergebnis seiner Bemühungen war kurz darauf olfaktorisch auch deutlich zu vernehmen. Also die Gartenarbeit erstmal beendet, den Lütten geschnappt und hoch ins Kinderzimmmer auf den Wickeltisch.

Nachdem die an eine Biowaffe grenzende Hinterlassenschaft beseitigt war, wollte ich schnell wieder die Kinder-Notdurft-Sicherung in Form einer Windel anlegen. Damit löste ich aber direkt Protest aus. Der Lütte riss mir den Hightech-Entsorger aus den Händen und rief nur laut: “Sebawiwi”.

Jetzt war guter Rat teuer. Denn ein erneuter Versuch meinerseits, die Windel wieder anzulegen, führte nur zum selben Ergebnis: “Sebawiwi”.

Bisher hatte ich immer gedacht, dass ich doch ganz gut verstehe, was mein Filius meint. Aber meine Ratlosigkeit führte nur dazu, dass er die Box mit den Windeln auf den Kopf stellte und immer wieder von “Sebawiwi” sprach. Um seine Forderung noch zu unterstreichen, hielt er mir ein Bündel seiner Einweg-Hosen direkt unter die Nase. “Man Alter, so schwer kann das doch nicht sein”, so meinte ich aus seinem Blick seine Gedanken lesen zu können.

Und plötzlich ging mir ein Licht auf. Auf den Windeln sind immer zwei drei Tiere aufgedruckt.  Zum Beispiel Giraffen, Vögel und ja …  auch Zebras.

Er wollte also unbedingt eine Windel mit einem Zebra anziehen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass in der ganzen Box keine zu finden war.

Also ab in den Schrank und schnell eine gesucht. Denn mit einer vollen Windel auf dem Tisch und einem unten rum ungesicherten Kleinkind will man ja kein Risiko eingehen und vor allem keine Zeit verlieren. Zum Glück war der Hersteller so gnädig und hat seine Bilder gut gemischt. Somit fand sich dann auch die gewünschte Sebawiwi (Zebrawindel) in einem der Kartons und ich konnte den Lütten endlich wieder sichern.

Manchmal ist das Leben hart ;-) .

In diesem Sinne, ne schöne Jrooß
Stephan